Lorcana
Spielkunde · Disney Lorcana
Tinte, Glimmer und 20 Legenden
Disney Lorcana ist Ravensburgers erstes Sammelkartenspiel – und seit 2023 der Überraschungserfolg der Branche. Dieser Leitfaden erklärt die Regeln, die sechs Tintenfarben, die Seltenheiten und was du zum Einstieg wirklich brauchst.
Worum es geht
Du bist Luminari. Du malst mit Tinte.
Lorcana erfindet für seine Disney-Figuren eine eigene Welt – und eine eigene Logik: Du erschaffst sie nicht, du erweckst sie mit magischer Tinte.
Glimmer statt Kreaturen
Als Luminari setzt du magische Tinte ein, um Abbilder von Disney-Figuren zu erschaffen: die Glimmer. Manche erkennst du sofort wieder, andere sind völlig neu gedacht – dieselbe Elsa gibt es als Eiskönigin, als amtierende Königin und in einem Dutzend weiterer Versionen.
Diese Glimmer schickst du los, um verschollene Legenden aufzuspüren. Wer zuerst 20 davon gesammelt hat, gewinnt.
Warum das für den Deckbau wichtig ist
Jede Version zählt als eigene Karte. Du darfst also vier „Elsa – Eiskönigin" und vier „Elsa – Amtierende Königin" ins Deck legen, obwohl beide Elsa heißen. Die Vier-Karten-Grenze bezieht sich immer auf den vollständigen Namen inklusive Version.
Keine Länder, kein Mana-Pech
Der clevere Kniff des Spiels: Es gibt keine eigenen Ressourcenkarten. Stattdessen darfst du einmal pro Zug eine beliebige Handkarte verdeckt in deinen Tintenvorrat legen – sofern sie das Tintenvorrat-Symbol trägt.
Damit kann jede Karte Ressource sein. Der Preis: Was einmal im Vorrat liegt, bleibt dort für den Rest der Partie und zählt nur noch als eine Tinte.
Die eigentliche Entscheidung im Spiel
Genau hier liegt der strategische Kern von Lorcana. Jede Karte, die du in den Vorrat legst, kannst du nie mehr spielen. Jede Karte, die du behältst, bremst deine Tintenkurve. Erfahrene Spieler erkennt man daran, wie sie diese Entscheidung in den ersten fünf Zügen treffen.
Nicht jede Karte darf überhaupt hinein: Nur Karten mit dem Kreis um das Kosten-Sechseck sind tintbar. In den meisten Sets sind das grob drei Viertel der Karten – der Rest muss gespielt werden oder liegt tot auf der Hand.
So wird gespielt
Ein Zug in zwei Phasen
Lorcana kommt mit erstaunlich wenig Struktur aus: Es gibt keine getrennte Kampfphase. Alles passiert in Phase 2, in beliebiger Reihenfolge.
Bereit machen
Drehe alle erschöpften Karten wieder aufrecht – Charaktere, Gegenstände und die Karten im Tintenvorrat.
Überprüfen
Löse Effekte aus, die zu Beginn deines Zuges greifen. In den ersten Partien passiert hier meist nichts.
Nachziehen
Ziehe eine Karte. Ausnahme: Wer beginnt, zieht im allerersten Zug nicht – das gleicht den Startvorteil aus.
Spielen und einsetzen
Eine Karte in den Tintenvorrat, Karten ausspielen, Charaktere erkunden oder herausfordern lassen – so oft und in welcher Reihenfolge du willst.
Erkunden – so gewinnst du
Erschöpfe einen Charakter (drehe ihn auf die Seite) und sammle so viele Legenden, wie sein Legendenwert zeigt. Das ist der einzige verlässliche Weg zu den 20 Punkten.
Die Tinte muss trocknen: Ein Charakter, den du gerade erst ausgespielt hast, kann in diesem Zug noch nichts tun. Gegenstände dagegen sind sofort einsetzbar.
Der Haken am Erkunden
Ein erschöpfter Charakter liegt auf der Seite – und nur erschöpfte Charaktere dürfen herausgefordert werden. Wer erkundet, macht sich also angreifbar. Wer stehen bleibt, ist sicher, sammelt aber nichts.
Dieses Spannungsverhältnis ist der Motor der ganzen Partie. Es gibt keine risikofreie Punktesammlung.
Herausfordern – so bremst du
Erschöpfe einen eigenen Charakter und wähle einen erschöpften gegnerischen Charakter als Ziel. Beide teilen gleichzeitig Schaden in Höhe ihrer Stärke aus.
Erreicht der Schaden die Willenskraft eines Charakters, wird er verbannt und landet auf dem Ablagestapel. Schaden bleibt liegen, bis er entfernt wird – auch über Züge hinweg.
Beispiel aus dem Regelheft
Käpt'n Hook (3 Stärke, 4 Willenskraft) fordert Donald Duck (2 Stärke, 3 Willenskraft) heraus. Donald bekommt 3 Schaden und wird verbannt. Hook überlebt mit 2 Schaden – nimmt er später noch einmal 2, ist auch er weg.
Merke: Wer herausfordert, nimmt immer Schaden. Ein Tausch ist selten gratis.
Zwei Regeln, die Einsteiger gern übersehen: Du verlierst auch, wenn du ziehen müsstest und dein Deck leer ist. Und du darfst deine Starthand einmal anpassen – beliebig viele Karten unter das Deck legen, wieder auf sieben nachziehen, mischen. Das rettet mehr Partien als jede Kombo.
Die sechs Tinten
Jede Farbe hat einen Charakter
Dein Deck darf Karten aus höchstens zwei Tintenfarben enthalten. Diese Wahl bestimmt deinen Spielstil mehr als jede einzelne Karte. Keine Tinte ist von Natur aus gut oder böse.
Bernstein
AmberEntschlossen und beherzt. Bernstein setzt auf Gemeinschaft und Zusammenhalt – hier finden sich Stitch, Vaiana und Timon.
Am TischUnterstützung, Heilung und starke Lieder. Kartenvorteil gibt es, aber meist an Bedingungen geknüpft.
Amethyst
AmethystDie mystische Tinte: Hexen, Zauberer und belebte Gegenstände. Große Macht – aber verwundbar, wenn die Kräfte unterbunden werden.
Am TischZieht bedingungslos Karten und kann fast alles ordentlich. Zusammen mit Stahl die ausgewogenste Farbe.
Smaragd
EmeraldDer Fiesling im Portfolio. List, Täuschung und Manipulation – wer hier spielt, spielt selten fair.
Am TischSchickt Karten auf die Hand zurück und verhindert das Erkunden. Die meisten Charaktere mit hohem Legendenwert.
Rubin
RubyTapfer, kühn, verwegen. Krieger, Draufgänger und Entdecker – Aladdin, Pongo, Malefiz.
Am TischDie besten Entfernereffekte im Spiel, dazu günstige Charaktere mit hoher Stärke. Kontrolle mit Tempo.
Saphir
SapphireKlug, gebildet, kreativ. Planer, Erfinderinnen und Künstler – die denkende Tinte.
Am TischBringt zusätzliche Tinte ins Spiel und zieht teure, robuste Charaktere früher. Starke Gegenstands-Synergien.
Stahl
SteelStandhaft und wehrhaft. Die Tinte der Rüstungen, Ritter und stillen Beschützer.
Am TischSchadensbasierte Entferner – günstiger als die von Rubin, dafür etwas schwächer. Ein echter Allrounder.
Diese Profile beschreiben die dauerhafte Identität der Tinten. Welche Kombination gerade stark ist, ändert sich mit jedem Set – wer wettkampfmäßig spielt, schaut auf die aktuellen Turnierlisten statt auf Farbklischees. Seit Anfang 2025 gibt es außerdem Doppel-Tinte-Karten, die zwei Farben tragen; um sie zu spielen, muss dein Deck genau aus diesen beiden bestehen.
Kartenkunde
Vier Zahlen, fünf Kartenarten
Wer diese Werte einmal verstanden hat, kann jede Lorcana-Karte lesen – auch in einer fremden Sprache.
Die Zahlen auf der Karte
- 4 Kosten – oben links im Sechseck. Ein Kreis darum heißt: Diese Karte darf in den Tintenvorrat.
- S Stärke – so viel Schaden teilt der Charakter in einer Herausforderung aus.
- W Willenskraft – so viel Schaden hält er aus, bevor er verbannt wird.
- Legendenwert – so viele Legenden bringt eine Erkundung. Nur Charaktere haben ihn. Er ist deine Uhr im Rennen auf 20.
Warum hoher Legendenwert nicht alles ist
Charaktere mit hohem Legendenwert haben meist wenig Willenskraft. Sie sammeln schnell – und werden nach der ersten Erkundung reihenweise verbannt. Ein Deck nur aus Legenden-Sammlern verliert gegen jedes Deck mit Entfernereffekten.
Die fünf Kartenarten
- Charaktere – das Herz des Spiels. Nur sie können erkunden und herausfordern.
- Aktionen – einmaliger Vorteil, dann auf den Ablagestapel.
- Lieder – eine Sonderform der Aktion mit einem eigenen Trick.
- Gegenstände – bleiben liegen und sind sofort einsetzbar.
- Orte – seit dem dritten Set. Sie sammeln passiv Legenden, können aber beschädigt werden.
Lieder singen statt bezahlen
Der eleganteste Mechanismus im Spiel: Statt die Tintenkosten zu zahlen, darfst du einen Charakter erschöpfen, der mindestens so viel kostet wie im Liedtext gefordert. Das Lied ist dann gratis.
Der Preis: Dieser Charakter kann in dem Zug nicht mehr erkunden. Und frisch ausgespielte Charaktere dürfen noch nicht singen – auch dafür muss die Tinte erst trocknen.
Für Sammler
Acht Seltenheitsstufen
Lorcana startete mit sechs Stufen. Mit dem neunten Set kamen zwei weitere dazu – und damit eine Stolperfalle für alle, die deutsch und englisch mischen.
| Stufe | Englisch | Erkennungsmerkmal | Was sie ausmacht |
|---|---|---|---|
| Gewöhnlich | Common | grauer Kreis | Sechs pro Booster – das Fundament jedes Decks |
| Ungewöhnlich | Uncommon | weißes Buch | Drei pro Booster |
| Selten | Rare | bronzenes Dreieck | Erste Stufe mit spürbarem Wert |
| Episch | Super Rare | silberne Raute | Oft die meta-relevanten Karten Achtung: „Episch" ist NICHT das englische „Epic". |
| Legendär | Legendary | goldenes Fünfeck | Die ikonischsten Figuren eines Sets |
| Mythisch | Epic | Regenbogen-Symbol | Randlose Illustration, Rainbow-Foil. 18 pro Set Neu seit Set 9. |
| Verzaubert | Enchanted | Regenbogen-Sechseck | Der klassische Chase seit dem ersten Set |
| Ikonisch | Iconic | Regenbogen-Achteck | Nur zwei pro Set, Legenden-Stern-Folie und 3D-Prägung Die seltenste Stufe im Spiel. |
Je mehr Kanten, desto seltener
Das Seltenheitssymbol sitzt mittig im schwarzen Streifen am unteren Kartenrand – auch bei den scheinbar randlosen Karten. Gewöhnlich ist ein Kreis ohne Kante, Selten ein Dreieck mit drei, Legendär ein Fünfeck mit fünf Seiten.
Und was steckt im Booster?
Ein Booster enthält 12 Karten: sechs gewöhnliche, drei ungewöhnliche, zwei ab „Selten" aufwärts und eine holografische Karte mit zufälliger Seltenheit.
Wichtig für Chase-Jäger: Die beiden „Selten oder besser"-Karten können Selten, Episch oder Legendär sein – nie Verzaubert. Die hohen Stufen erscheinen ausschließlich im Foil-Platz. Ein Booster hat also genau eine Chance auf eine Verzauberte oder Ikonische.
Offizielle Ziehchancen veröffentlicht Ravensburger nicht. Kursierende Zahlen stammen aus Community-Auswertungen und schwanken je nach Set – nimm sie als Größenordnung, nicht als Zusage.
„Episch" heißt nicht Epic
Die deutsche Fassung nennt Super Rare seit 2023 „Episch". Als 2025 die englische Stufe Epic dazukam, wurde sie im Deutschen zu „Mythisch" – sonst hätte es zwei Epische gegeben.
Warum das beim Kauf zählt
Zwischen den beiden liegen zwei Stufen und ein erheblicher Preisunterschied. Wer auf einer englischsprachigen Plattform eine „Epic" kauft und eine deutsche „Episch" erwartet, greift daneben.
Verlass dich im Zweifel auf das Symbol und die Kartennummer, nicht auf den Namen der Stufe.
Historie
Von der D23 zum Weltphänomen
Ravensburger kannte man für Puzzles und Familienspiele. Lorcana ist das erste Sammelkartenspiel des Hauses – und laut dem damaligen Nordamerika-Chef die größte Investition der Firmengeschichte.
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September 2022
Sieben Karten auf der D23 Expo
Auf Disneys großem Fan-Event in Anaheim zeigt Ravensburger die ersten sieben Karten. Ein Sammler-Set mit „D23 Expo 1st Edition"-Stempel kostet knapp 50 Dollar, 300 Stück pro Tag – und ist regelmäßig in gut einer Stunde vergriffen.
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18. August 2023
„Das Erste Kapitel"
Start im spezialisierten Fachhandel mit 216 Karten, ab dem 1. September im übrigen Handel. Zehn Länder, drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Französisch. Entwickelt von Ryan Miller und Steve Warner.
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Oktober 2023
Die Schlangen von Essen
Auf der SPIEL in Essen sorgt Lorcana für die längsten Warteschlangen der Messe. Mitdesigner Ryan Miller sagt vor Ort, mit diesem Ansturm habe niemand rechnen können. Die ersten Auflagen sind vielerorts ausverkauft.
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Februar 2024
Orte betreten das Spiel
Das dritte Set „Die Tintenlande" führt einen neuen Kartentyp ein: 22 Orte, die passiv Legenden sammeln. Erstmals wird das Spielfeld selbst zum Spielelement.
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Februar 2025
Doppel-Tinte
Karten mit zwei Tintenfarben gleichzeitig. Sie sind nur spielbar, wenn dein Deck genau aus diesen beiden Farben besteht – dafür kombinieren sie Effekte, die es sonst nie auf einer Karte gäbe.
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September 2025
Rotation und zwei neue Stufen
Set 9 „Mythen" ist ein Wendepunkt: Erstmals rotieren Sets aus dem Wettkampfformat, und mit Mythisch und Ikonisch kommen die ersten neuen Seltenheiten seit dem Start. Von 243 Karten des Sets sind 171 Neuauflagen älterer Karten.
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24. Juli 2026
Set 13: „Angriff der Ranke!"
245 Karten, deutlich düsterer im Ton: Eine lebendige Dornenranke überwuchert Lorcana. Gleich drei Pixar-Welten geben ihr Debüt – Die Monster AG, Oben und Rot. Die Prerelease-Events liefen bereits ab dem 17. Juli.
Für Turnierspieler
Core oder Infinity?
Seit 2025 hat Lorcana zwei Wettkampfformate. Wer nur zu Hause spielt, ist davon nicht betroffen – wer auf Turniere geht, muss es wissen.
Core Constructed
Das rotierende Hauptformat. Einmal im Jahr verlassen die vier ältesten Sets das Format – ein Set bleibt damit grob eineinhalb bis zwei Jahre legal.
Seit dem 24. Juli 2026 legal: die Sets 9 bis 13, also Mythen, Geflüster aus der Tiefe, Winterzauber, Unbekannte Wildnis und Angriff der Ranke!
Die Rotationen bisher
- September 2025 – mit Set 9 rotieren die Sets 1 bis 4: Das Erste Kapitel, Aufstieg der Flutgestalten, Die Tintenlande, Ursulas Rückkehr.
- Juli 2026 – mit Set 13 rotieren die Sets 5 bis 8: Himmelsleuchten, Azurblaues Meer, Archazias Insel, Domäne von Dschafar.
Wichtige Ausnahme: Wird eine Karte aus einem rotierten Set in einem aktuellen Set neu aufgelegt, sind alle Versionen dieser Karte wieder legal – auch die alten Drucke. Genau dafür gab es in Set 9 die vielen Neuauflagen.
Infinity Constructed
Das ewige Format. Jede jemals gedruckte Karte bleibt legal, begrenzt nur durch eine eigene Verbotsliste. Nichts rotiert je heraus.
Rotierte Karten sind also nicht wertlos – sie wechseln das Zuhause. Historisch ist direkt nach einer Rotation der günstigste Zeitpunkt, um sich mit ehemaligen Turnierkarten für Infinity einzudecken.
Was das für deine Sammlung heißt
Verkauf nichts in Panik. Karten, die vor allem wegen des Turnierformats teuer waren, geben nach einer Rotation oft nach. Karten, die wegen ihrer Seltenheit oder ihres Artworks gesucht sind – Verzauberte, Ikonische, beliebte Charaktere – bleiben davon weitgehend unberührt.
Am Küchentisch gilt ohnehin keine Rotation. Spiel, womit du willst.
Nice to know
Sechs Dinge über Lorcana
Kurz angerissen – und aufklappbar, wenn du die ganze Geschichte willst.
Ein Disney-Spiel aus Oberschwaben
Lorcana kommt nicht aus Burbank, sondern von Ravensburger – demselben Verlag, der seit Jahrzehnten Puzzles und „Das verrückte Labyrinth" macht.
Der Sprung ins kalte Wasser
Es ist Ravensburgers allererstes Sammelkartenspiel überhaupt. Filip Francke, damals Chef von Ravensburger Nordamerika, nannte es die vermutlich größte Investition, die das Unternehmen je in ein Projekt gesteckt habe.
Für den deutschen Handel ist das ein hübsches Detail: Das global erfolgreichste neue TCG der letzten Jahre wird von einem Verlag aus Baden-Württemberg herausgegeben.
Vier Sets pro Jahr, von Anfang an
Schon bei der Ankündigung 2022 stand der Takt fest: vier Erweiterungen jährlich, begleitet von einem Turnierprogramm. Dieser Rhythmus wurde seither gehalten.
Warum das die Rotation erzwang
Vier Sets à gut 220 Karten ergeben rund 900 neue Karten im Jahr. Nach zwei Jahren waren über 1.500 Karten im Umlauf – ab da wird jedes Wettkampfformat unübersichtlich und anfällig für unerwartete Kombos.
Die Rotation in Vierer-Blöcken ist die direkte Folge dieses Tempos.
Es gibt keine Kampfphase
Anders als in den meisten Kartenspielen gibt es keinen abgetrennten Kampfabschnitt. Herausfordern ist einfach eine Handlung unter vielen in Phase 2.
Was das taktisch bedeutet
Du kannst einen Charakter ausspielen, mit einem anderen herausfordern, dann eine Aktion nutzen und danach mit einem dritten erkunden – alles im selben Zug, in beliebiger Reihenfolge.
Diese Freiheit ist der Grund, warum Lorcana Einsteigern leicht fällt und erfahrenen Spielern trotzdem Tiefe bietet: Die Reihenfolge deiner Handlungen ist oft wichtiger als die Karten selbst.
Die Karten sind bewusst „falsch"
Glimmer zeigen nicht immer die vertraute Version einer Figur. Es gibt Micky Maus als Zauberlehrling, als tapferes Schneiderlein – und Elsa in einem Dutzend Rollen.
Ein Sammelargument für sich
Diese Neuinterpretationen sind der eigentliche Reiz für viele Sammler: Die Illustrationen sind allesamt eigens für Lorcana angefertigt, nicht aus den Filmen entnommen. Wer nur eine Lieblingsfigur sammelt, kann daraus eine komplette Vitrine bauen.
Nur zwei Ikonische pro Set
Die höchste Seltenheitsstufe gibt es pro Erweiterung genau zweimal – mit vollflächiger Illustration, Legenden-Stern-Folie und erhabener 3D-Prägung.
Kein Vorteil im Spiel
Wichtig: Alle hohen Seltenheitsstufen sind reine Alternativversionen bereits bestehender Karten. Fähigkeiten und Werte sind identisch mit der normalen Fassung – es gibt keinen spielerischen Vorteil, nur Sammlerfreude.
Wer also ein starkes Deck bauen will, braucht keine einzige Verzauberte.
Ein Rechtsstreit kurz vor dem Start
Im Juni 2023, wenige Wochen vor dem Verkaufsstart, verklagte Upper Deck Ravensburger und Mitdesigner Ryan Miller wegen angeblich übernommener Designelemente.
Worum es ging
Der Vorwurf bezog sich auf ein nie erschienenes Kartenspiel, an dem Miller zuvor bei Upper Deck gearbeitet hatte. Auf den Marktstart hatte die Klage keine erkennbare Auswirkung – Lorcana erschien wie geplant und wurde zum Verkaufsschlager.
Kaufberatung
Womit steigst du ein?
Der häufigste Einsteigerfehler ist, mit Boostern anzufangen. Aus zwölf zufälligen Karten lässt sich kein Deck bauen – und ohne Deck kannst du nicht spielen.
Der Neuling
Du hast Lorcana noch nie gespielt und willst es ausprobieren.
- Sofort spielbereit, keine Vorkenntnisse
- Zwei feste Tintenfarben zum Kennenlernen
NimmEin Starter Deck – 60 Karten, Marker und Regelheft. Zwei davon, und ihr könnt sofort gegeneinander spielen.
Der Aufsteiger
Du hast ein Starter Deck und willst es verbessern.
- Booster liefern Bausteine, kein Deck
- Einzelkarten sind der schnellste Weg
NimmBooster für den Spaß, Einzelkarten für die Lücken. Gezielt gekaufte Singles schlagen jedes Glück beim Öffnen.
Der Sammler
Dir geht es um Artworks, Vollständigkeit und die hohen Stufen.
- Verzauberte und Ikonische nur aus Boostern
- Display heißt planbare Menge
NimmEin Display für die Chase-Jagd. Wer gezielt sammelt, fährt mit Einzelkarten trotzdem günstiger.
Der Schenkende
Du kaufst für jemanden, der Disney mag.
- Alles in einer Box, nichts fehlt
- Funktioniert auch ohne Mitspieler
NimmIllumineer's Trove oder ein Geschenk-Set – Booster, Aufbewahrung und übergroße Sammelkarten in einem Paket.
Deutsch oder Englisch?
Lorcana erscheint seit dem ersten Tag auf Deutsch. Für Turniere in Deutschland ist das die naheliegende Wahl – und für Einsteiger ohnehin, weil die Kartentexte entscheidend sind.
Wann Englisch trotzdem Sinn ergibt
Englische Karten sind auf dem Zweitmarkt liquider und international handelbar. Wer gezielt in hohe Seltenheitsstufen investiert oder viel tauscht, findet dort mehr Auswahl.
Beides zu mischen ist erlaubt, sieht in Sammelmappen aber selten rund aus – und im Turnier musst du fremdsprachige Karten auf Nachfrage erklären können.
Auf welches Set setzen?
Wer spielen will, kauft das neueste Set – es bleibt am längsten im Wettkampfformat legal. Wer sammelt, ist völlig frei: In Infinity und am Küchentisch veraltet nichts.
Die Falle bei alten Displays
Displays älterer Sets wirken oft günstig – sie sind aber für Core Constructed wertlos, wenn das Set bereits rotiert ist. Prüfe vor dem Kauf, ob das Set noch im Format ist, falls du turniermäßig spielen willst.
Für Sammler und Gelegenheitsspieler ist genau das umgekehrt eine Chance: Nach einer Rotation werden viele starke Karten spürbar günstiger.
Ein Booster kostet meist um die sechs Euro und enthält zwölf Karten. Rechnerisch führt der Weg über Einzelkarten fast immer schneller zum fertigen Deck – Booster kauft man für den Moment des Öffnens, nicht für die Effizienz. Beides ist legitim, man sollte es nur wissen.
Häufige Fragen
Kurz beantwortet
Wie viele Karten braucht ein Deck?
Mindestens 60. Jede Karte darf höchstens viermal enthalten sein, und das Deck darf nur Karten aus einer oder zwei Tintenfarben enthalten. Eine Obergrenze gibt es nicht – in der Praxis spielen fast alle exakt 60, weil dünnere Decks verlässlicher ziehen.
Kann ich zu dritt oder viert spielen?
Ja. Die Regeln bleiben identisch, es wird reihum im Uhrzeigersinn gespielt. Fordert ein Effekt mehrere Personen zu etwas auf, beginnt die Person am Zug. Am rundesten spielt sich Lorcana aber zu zweit.
Wie lange dauert eine Partie?
Ravensburger gibt 30 bis 45 Minuten an, empfohlen ab 8 Jahren. Zwei eingespielte Personen mit fertigen Decks sind oft deutlich schneller; die erste Partie mit Regelheft dauert entsprechend länger.
Sind Verzauberte oder Ikonische Karten stärker?
Nein. Alle hohen Seltenheitsstufen sind Alternativversionen bestehender Karten mit identischen Werten und Fähigkeiten. Der Unterschied liegt ausschließlich in Illustration, Folie und Seltenheit – also im Sammlerwert.
Was passiert mit meinen rotierten Karten?
Sie bleiben in Infinity Constructed und am Küchentisch uneingeschränkt spielbar – nur im rotierenden Core-Format sind sie nicht mehr zugelassen. Wird eine Karte später neu aufgelegt, werden sogar alle ihre alten Drucke wieder Core-legal.
Brauche ich Kartenhüllen?
Zum Spielen ja – Lorcana-Karten werden beim Erschöpfen ständig gedreht, das nutzt die Kanten ab. Für Turniere sind einheitliche, undurchsichtige Rückseiten sogar vorgeschrieben. Für reine Sammelkarten reichen Schutzhüllen und eine Mappe.
Lorcana bei Drachenheld
Starter Decks, Booster, Displays und Einzelkarten – online und in unseren Filialen. Wenn du nicht weißt, womit du anfangen sollst: frag uns einfach.